Image
Image
01714103518
jenny@dein-teuto.de
© AdobeStock_1023485592

AUFWIND FÜR DIE KRITIKER

WESPENBUSSARD DURCHKREUZT HALLER WINDRAD PLÄNE

Sechs Windräder hatten die Stadtwerke Münster auf dem Gebiet von Halle geplant. Von einem Standort müssen sich die Planer nun verabschieden: Rund um den Fleerweg in Kölkebeck brütet der unter Artenschutz stehende Wespenbussard. Die Bürgerinitiative Barrelpäule/Hörster Feuchtwiesen, die das Windkraftprojekt kritisiert, sieht nun Chancen, auch die weiteren Standorte zu verhindern.

Die Stadtwerke Münster hatten im Rahmen der Planungen Artenschutzgutachten beauftragt, um bei den Standorten rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. Im Zuge von Nachkartierungen hat sich jedoch gezeigt, dass die früheren kritischen Hinweise der Biologischen Station Bielefeld-Gütersloh zum Brutgebiet des Wespenbussards korrekt waren. Ein Windrad am Fleerweg würde den Lebensraumbedürfnissen des Vogels entgegenstehen.

Zuletzt war es stiller geworden um das Großprojekt. Die Stadtwerke Münster, die in Bokel, Hörste und Kölkebeck insgesamt sechs Windkraftanlagen errichten lassen möchten, hatten ursprünglich gehofft, Ende 2026 die Windräder in Betrieb nehmen zu können. Nun ist geplant, im Laufe dieses Jahres die Genehmigungsunterlagen einzureichen. Eine Fertigstellung gilt frühestens 2028 als realistisch.

Geht es nach der Bürgerinitiative Barrelpäule/Hörster Feuchtwiesen, hat das gesamte Projekt keine Zukunft. Die Initiative, die sich für eine naturverträgliche Gestaltung der Energiewende engagiert, hinterfragt sämtliche geplante Standorte. In dem Aus für eines der sechs Windkraftanlagen sehen sie ein ermutigendes Signal. Die Bürgerinitiative hatte im Frühjahr 2024 eine Online-Petition ins Leben gerufen, die von rund 1300 Menschen unterzeichnet wurde, und hat sich fachkundigen juristischen Beistand geholt. Kritik an den Windkraft-Plänen kommt auch von der Biologischen Station Bielefeld/Gütersloh, die seit etlichen Jahren in den Naturschutzgebieten um Hörste und Kölkebeck präsent ist und auf weitere durch die Planungen gefährdete Tierarten verweist.      

Die Stadtwerke planen nun erst einmal mit fünf Windrädern. Nach der Plan-Delle bleiben weitere Fragen offen: Wie sieht es mit den Beteiligungsmöglichkeiten für die Bürger in Halle aus? Wie ist es um das Flächennutzungsplanänderungsverfahren bestellt? Das Thema wird die Menschen in Halle weiter beschäftigen.