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HALLER KIND:

MARIA CAROTTA

HEIMATMENSCH

„Haller Kind“ mit spanischen Wurzeln: Maria Carotta brennt für ihren Laden und die Menschen.

 

Spanisches Temperament in Ostwestfalen: Dass das wunderbar passt, kann man in Maria Carottas Lotto-, Tabak- und Presseladen in Halle (Westf.) aus nächster Nähe erleben. „Ich liebe den Einzelhandel und den Kontakt zu meinen Kunden“, sagt die Powerfrau, deren Tag mehr als 24 Stunden zu haben scheint. „Wer zu mir kommt, bringt meist schon ein bisschen Extrazeit zum Quatschen mit.“

 

Die heute 59-Jährige wird in Spanien geboren und kommt im Alter von drei Monaten nach Halle (Westf.). Mit einer Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel findet sie ihre „Passion“. Sie heiratet, bekommt zwei Söhne -–mittlerweile 26 und 29 Jahre alt – und leitet über viele Jahre das Büro der Autolackiererei ihres Mannes. Als die Ehe auseinandergeht, zieht es sie zurück in den Einzelhandel. An ihren „Kiosk“ kommt sie im Jahr 2007 durch ihren neuen Partner, der den Laden im Künsebecker Weg betreibt. Als dieser nach schwerer Krankheit vor zehn Jahren verstirbt, ist für Maria Carotta klar, dass sie den Laden allein weiterführt. „Das war schon hart, aber das hier ist mir eine Herzenssache“, fasst sie zusammen.

 

Ihr „Geheimrezept“? „Ich habe für alle ein offenes Ohr und behandle jeden Menschen gleich.“ Das führt dazu, dass die Kunden ihr schon mal ihre Lebensgeschichte erzählen und ihre Freude, aber auch ihren Kummer mit ihr teilen. „Irgendwann schreibe ich darüber ein Buch“, sagt sie. Geschichten gibt es zur Genüge. So wie die von dem Kunden, der mit über 80 Jahren seine große Liebe aus Schulzeiten wiederfindet – und mit ihr zusammenkommt: „Er ist dann extra noch einmal vorbeigekommen, um mir seine Freundin vorzustellen!“ In Erinnerung geblieben ist Maria Carotta auch ein obdachloser Mensch, der manchmal kam, um nach einer Zigarette oder einem Kaffee zu fragen. „Irgendjemand hat das mitbekommen und die Zeitung angerufen. Dort gab es dann einen tollen Bericht, in dem stand, ich hätte ein Herz für alle und jeden“, erzählt die Hallerin. „Die Resonanz war unglaublich. Viele Menschen haben gespendet, sodass ich dem Mann neue Kleidung, eine Kaffeemaschine und mehr kaufen konnte.“

 

Das persönliche Verhältnis zu vielen ihrer Kunden beruht auf Gegenseitigkeit. Ist sie ab und zu mal etwas ruhiger, fragen die Menschen, was sie bedrückt. Ihre positive Energie gibt sie ansonsten bewusst weiter: „Die meisten lassen sich von meiner guten Laune mitreißen. Manche kommen auch genau deshalb her!“ Einen Teil ihrer Energie investiert Maria Carotta außerdem in die ehrenamtliche Vorstandsarbeit bei der Haller Interessen- und Werbegemeinschaft (HIW). Seit 18 Jahren hilft sie dort unter anderem bei der Organisation des Nikolausmarktes. „Das ist immer so schön!“, schwärmt sie. „Wir machen zum Beispiel viel für Kinder.“ Alles unter einen Hut zu bringen, funktioniert nur mit einem engagierten Team, betont die 59-Jährige. Das hat sie in der HIW ebenso gefunden wie bei den langjährigen Mitarbeitenden in ihrem Laden. Dort bildet sie übrigens auch aus: Kaufleute im Einzelhandel sowie „integrativ“ mit Eins-zu-eins-Betreuung für junge Menschen mit Unterstützungsbedarf.

 

„Nebenbei“ geht Maria Carotta sechsmal wöchentlich zum Sport und träumt davon, irgendwann einmal einen Zumba-Kurs „für Muttis“ zu geben. Wo sie so viel Power hernimmt? „Ich habe Sonne im Herzen und eine gute Portion Leidenschaft!“, antwortet sie schmunzelnd. „Dann schafft man das!“