KUNSTWELT
DREI BÖCKSTIEGEL-WERKE AUFGETAUCHT
„Westfälischer Bauer“, „Ruhender Bauer“ und „Feiertag in Dornberg“: Drei verschollen geglaubte Radierungen des westfälischen Expressionisten Peter August Böckstiegel sind wieder da – zur großen Freude des Museums in Werther.
David Riedel, künstlerischer Leiter des Museums Peter August Böckstiegel, erfuhr im Dezember, dass drei Werke des Künstlers aufgetaucht seien, deren Verbleib fast 90 Jahre lang unklar war.
Die Nationalsozialisten hatten im Rahmen einer großen „Säuberungsaktion“ 1937 über 20.000 Kunstwerke von 1.400 Künstlern beschlagnahmt, die ihrer Ansicht nach „entartet“ waren. Das galt insbesondere für Kunstrichtungen wie den Kubismus, den Expressionismus, die Neue Sachlichkeit und den Dadaismus. Die Künstler wurden verfolgt und ausgegrenzt. Der Verbleib vieler Werke ist bis heute ungeklärt. Alleine von Böckstiegel (1889-1951) verschwanden damals 92 Gemälde, Aquarelle und Grafiken. Die meisten dieser Werke sind verschollen oder zerstört. Aber nicht alle: Schon 2020 konnte das Museum in einer Ausstellung vier wiederentdeckte Böckstiegel-Werke präsentieren. Gefunden hatte sie Martin Langanke. Der kunstbegeisterte Professor für angewandte Ethik an der Ev. Hochschule Bochum hatte sich auf die Spur der einstigen Kunstsammlung Hans Erdmann gemacht, zu der auch die sieben Böckstiegel-Werke gehörten. Der Musikwissenschaftler Hans Erdmann hatte u. a. in den 40er Jahren verbotene moderne Kunst gesammelt.
Im Juli 2027 jährt sich die Propaganda-Ausstellung „Entartete Kunst“ der Nationalsozialisten zum 90. Mal – gut denkbar, dass zu diesem Anlass die nun aufgetauchten Böckstiegel-Radierungen auch öffentlich zu sehen sein werden.





