KiBiz soll reformiert werden
Das nordrhein-westfälischen Kinderbildungsgesetz (KiBiz) soll reformiert werden. Gegen die Pläne regt sich seit Monaten lautstarker Protest – auch in unserer Nachbarschaft.
Bunt, laut, meinungsstark: Am 9. Juni zogen in Halle 500 Menschen durch die Stadt, um für eine bessere personelle Ausstattung von Kitas zu demonstrieren, darunter Kita-Mitarbeiter, Eltern und Kinder. Zur Demonstration aufgerufen hatte der Trägerverbund der 23 evangelischen Kitas im Kirchenkreis Halle. Sie kritisieren angedachte Einsparungen bei der Reform des KiBiz-Gesetzes. Sven Borgsen, Geschäftsführer des Trägerverbundes, betonte, dass die Anforderungen an Kindertageseinrichtungen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen seien. Gleichzeitig hätten sich die Rahmenbedingungen nicht in gleichem Maße verbessert. „Eine Finanzierung muss sich an der Realität orientieren. Es braucht Personal, wenn man sich Zeit fürs Kind nehmen will“, sagte Borgsen. Frühkindliche Bildung könne nur gelingen, wenn ausreichend Fachkräfte zur Verfügung stünden.
Die Demonstration in Halle war ein weiteres Signal an die Landespolitik. Seit Monaten gibt es im gesamten Bundesland Proteste gegen die Reformpläne. Ende April hatte sich die Gewerkschaft Verdi bei einer Demonstration in Bielefeld gegen die geplante Ausweitung von Gruppengrößen, zusätzliche Bürokratie und die Regelungen zu den Kern- und Randzeiten für Kitas gewandt.
Katholische Kindertagesstätten aus der Region hatten bereits im April im Rahmen der gemeinsamen Aktion „Wir sind sprachlos“ gegen die Pläne protestiert. NRW-Familienministerin Verena Schäffer hatte Mitte April Nachbesserungen beim Entwurf in Aussicht gestellt.





